Live at the Royal Alber Hall (The Who)
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Die mittlerweile doch recht günstig zu bekommende Live-Doppel-DVD, aufgenommen in der Royal Albert Hall im Jahr 2000, zeigt die wohl beste, coolste und einflußreichste Starkstromgitarrenband ihres Alters neben den Stones in einer bestechenden Form.
The Who haben Musikgeschichte geschrieben, ganz klar, und unzählige Band beeinflußt. Hier zeigt eine Band im Gegensatz zu Bands wie Deep Purple und Co, dass auch im gesetzten Alter noch die Bühne durch übertriebene und saucoole Performance fast zum Einsturz zu bringen ist. Der Wahnsinn. Die Knaben sind nur optisch gealtert, doch die Power und Energie, die sie auf der Bühne entwickeln, sucht ihresgleichen.
Wie 18jährige rocken sie einen Hit nach dem anderen aus dem Ärmel. Der leider mittlerweile verstorbene Bassist John Entwistel gibt allen eine Lehrstunde in Sachen Bass-Spiel. Roger Daltrey singt wie ein junger Gott, springt über die Bühne und fabriziert dabei eine halsbrecherische Showeinlage nach der anderen. Ein Wunder, dass bei dem Gig keiner umgekommen ist. Pete Townshend bedient seine Gitarre als wäre sie ein Zauberstab und malträtiert sie als hätte er sie dabei erwischt wie sie ihn mit seiner Freundin betrügt. Magisch und beeindruckend zugleich dieses Kreisgitarrenspiel. Ich bin schon nach fünf Minuten so geplättet und feuere eine Luftgitarrensalve nach der anderen in meiner Wohnung ab als würde ich selbst die Massen begeistern.
Da der Erlös des Abends krebskranken Kindern gespendet wurde, waren auch diverse Gäste anwesend und begaben sich für 5-6 Songs zu ihren Idolen auf die Bühne. Eddie Vedder (Pearl Jam), Bryan Adams, Noel Gallagher (Oasis), Paul Weller und, und, und ... Alle gaben eine fabelhafte Performance ab, auch wenn ich sagen muß, dass mir die Performance von Bryan Adams, obwohl ich ihn nicht zu meinen Faves zähle, mit am Besten gefallen hat. Auch Paul Weller schlägt hohe Töne und reisst mich richtig mit.
23 Klassiker werden zum Besten gegeben, später unzählige Male gecovert von Bands wie Wasp ("The real me"), Limp Bizkit ("Behind blue eyes") und vielen anderen. Die Orginale bleiben einfach unerreicht und das aus einem einfachen Grund: Da die Power stimmt, das Einfühlvermögen am richtigen Platz ist und alles mit Herz und Seele ausgefüllt wurde.
Auch lustig ist Bruce Dickinson (Iron Maiden), den es schon nach vier Stücken nicht mehr auf den Stühlen hält und jeden Song frenetisch abfeiert.
Also die DVD abgreifen und ein Stück Musikgeschichte genießen. Das hier begeistert jung und alt. Mehr Worte kann ich darüber nicht verlieren. That's fucking entertainment.